Neue Automobiltechnik als große Chance?

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Automatisiertes Fahren, hoher Software-Bedarf, Datensicherheit und intelligente Verkehrslösungen: Die Antriebsarten werden sich ändern, neue Dinge im Automotive-Sektor Einzug halten. Was heißt das für die heimische Wirtschaft?

Quo vadis, Automobilindustrie? Wird die Elektromobilität Benzin und Diesel schon bald verdrängen? Werden dieser Wandel und die Automatisierung tausende Arbeitsplätze kosten? Geht es nach einer neuen Studie des Instituts für Wirtschafts- und Standortentwicklung (siehe QR-Code), dann nein: Die Zahl der Jobs im Automotive-Sektor soll zumindest bis 2030 sogar noch um fast 4.000 steigen, die Bedeutung der Elektromobilität regelrecht explodieren. Ist die Steiermark schon zukunftsfit?

Dieser Frage gingen am Mittwochabend hochkarätige Experten bei einer Enquete zu den Pariser Klimazielen und ihren Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft nach. Die Keynote dazu kam von Helmut List, Chef eines der weltweit innovativsten Unternehmen im Automotive-Sektor, der AVL. Er sieht derzeit bei alternativen Antrieben die E-Mobility vorne. Aber: „Es ist ein offenes Rennen zwischen Batterie und Brennstoffzelle. Die Elektrifizierung schreitet derzeit in schnellen Schritten voran – aber langfristig halte ich die Brennstoffzelle dennoch für sehr erfolgversprechend“, sagte List. Um die Klimaziele von Paris erreichen zu können, dürfe man sich allerdings nicht nur auf eine Senkung der Abgasemissionen konzentrieren. „Es geht nur über den Systemansatz: Man braucht hocheffiziente Fahrzeuge genauso wie die optimale Infrastruktur, erneuerbar produzierte Energie, intelligente Verkehrsleitsysteme und vieles mehr“, sagte List. Dies bringe beispielsweise im Bereich des automatisierten Fahrens, aber auch im Elektronikbereich und bei der Datensicherheit viele neue Chancen für die heimische Wirtschaft. „Hier haben auch kleine Unternehmen eine gute Chance, an einem Weltmarkt mit neuem und großem Potenzial zu partizipieren.“ Der AVL-Chef betonte dabei den Bereich Forschung und Entwicklung, wo der steirische Automobilsektor mit einer Quote von fast zwölf Prozent hervorragend aufgestellt ist.

Dennoch: Um Erfolg zu haben, muss man sich intensiv vorbereiten – so wie man es etwa bei TCM in Deutschlandsberg tut: Firmenchef Manfred Kainz, Initiator der Veranstaltung und gemeinsam mit dem Leiter des wirtschaftspolitischen Beirates, Fritz Hinterschweiger, Gastgeber des Diskussionsabends, hat sich intensiv mit der Materie ausei­nandergesetzt. „Unser Geschäftsmodell basiert zu 80 Prozent auf Benzin- und Dieselmotoren sowie auf Antriebssträngen. Alles Technologien, die in den kommenden Jahren wahrscheinlich rückläufig sein werden“, erklärte Kainz. „Trotzdem sehe ich die Situation als enorme Chance. Wir sind weltweit einer der wenigen Standorte mit einer Gesamt-Fahrzeug-Kompetenz, ohne an einen einzelnen Hersteller gebunden zu sein. Wir müssen unsere Kräfte jetzt bündeln, um bereit zu sein, wenn es so weit ist.“

Damit lenkte Kainz den Fokus auf eine ganz zentrale Frage des Abends: Wann wird es denn so weit sein, dass alternative Antriebe die konventionellen ersetzen werden? Die Experten der Podiumsdiskussion (siehe Artikel und Foto links) waren sich überwiegend einig, dass der Wandel fließend, nicht disruptiv erfolgen werde. Auch 2030 noch werden 70 Prozent der verkauften Fahrzeuge konventionell angetrieben. Dies wiederum ist ein starkes Argument, auch in diesem Bereich weiterhin zu forschen – denn ansonsten sind die Klimaziele von Paris wohl kaum zu
erreichen.

Quelle: Wirtschaft Online

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